Ein „Häuslebauer“ tut gut daran, sich gleich um eine gute Vernetzung seiner Haustechnologien zu kümmern. Das ist der Idealfall. Aber nicht jeder hat die Möglichkeit und die finanziellen Mittel, sein Haus nach eigenen Vorstellungen und Wünschen zu errichten. Trotzdem möchten auch die Besitzer älterer Häuser immer weniger auf smarte Technologie verzichten.

Kein einfaches Unterfangen, wenn die nötige Grundstruktur dafür nicht gelegt wurde. Professor Kutzera von der Fachhochschule Südwestfalen in Meschede arbeitet mit seinem Team an entsprechenden Lösungen. Er möchte eine Kommunikation zwischen Geräten schaffen, allerdings nicht über ein kabelgebundenes Bussystem, sondern eine, die auf Funkbasis setzt, also via WLAN, KNX oder auf den Frequenzen 433 MHz bzw. 868 MHz. Über letztere werden zum Beispiel Garagentore oder Babyphone gesteuert. „Ein Nachteil geht damit einher, dass es funkt“, erläutert Prof. Kutzera, “und natürlich der energetische Mehrverbrauch.“ Das Plus an Mehr-Energie konnte er mit seinem Team bisher noch nicht untersuchen. 

Kommunikationsbegabte Smart-Home-Zentrale 

Derzeit erforschen und erbauen die Studenten in der von Prof. Kutzera gehaltenen Vorlesung „Sensorik und Automatisierung“ eine Smart-Home-Zentrale. Diese setzt auf Offenheit und kann – und das ist das Außergewöhnliche – mit allen herkömmlichen Standards kommunizieren kann.  

Aus alten werden smarte Verteilerkästen 

Die jungen Forscher haben sich auch an den alten, analogen Verteilerkasten gemacht. Um ihn „smart“ zu machen und beispielsweise den Strom auf bestimmten Bereich ein- und auszuschalten „designen“ sie eine eigene Leistungsplatine. Leistungsplatine bedeutet in diesem Fall, dass der hohe Strom geschaltet werden kann, wie es die Sicherung zulässt, also bis zu 230 Volt und 16 Ampere. „Die konzipierte Platine erstellen wir dann auf der eigenen Platinen-Fertigungsanlage meiner Kollegin Anne Will”, „erklärt Prof. Kutzera.  

Funktionierende Teamarbeit 

Vorstellen muss man sich die Arbeitsabläufe ähnlich wie in einem Industrieteam: „Jeder hat seinen eigenen Teil und trägt dafür Verantwortung, dass der am Ende eines Semesters funktioniert“, fährt er fort. Für ihn ist die Zusammenarbeit und das Zusammenspiel der Teammitglieder enorm wichtig, deshalb müssen sie in einer Präsentation auch darstellen, wie und warum etwas funktioniert, „sodass es die anderen Teammitglieder dann auch selbst zuhause nachstellen können.“