Vom Bakken an den Ballermann

WILLINGEN/UPLAND (SvS). Passend zum Weltcup hat UPLAND-TIPS ein Interview mit einem ehemaligen Willinger Skispringer geführt, der heute in einer ganz anderen Disziplin große Erfolge feiert. Julian Benz! Als Partysänger Jöli am Ballermann bekannt geworden, hat er im letzten Jahr den Wandel zu Julian Benz vollzogen.

 

Was war der Grund für den Image- und Namenswechsel?

Zunächst möchte ich sagen, dass Jöli kein gescheitertes Projekt ist, ich bin häufiger als je zuvor gebucht! Allerdings sieht und hört man sich in der Branche an vielen Sachen auch schnell satt.

Mit meinem Managementwechsel sollte es noch einmal einen Neuanfang geben, da wir der Meinung sind, dass ich als Julian Benz authentischer ankomme und sich der Name auch besser vermarkten lässt als Jöli.

Schildere unseren Lesern doch noch mal kurze Deinen Werdegang als Partyschlagersänger, seitdem Du 2014 in der Szene Fuß gefasst hast.

Damals ist das Projekt im Grunde aus einer Schnapsidee entstanden. Ich habe damals mit dem Leistungssport aufgehört, hatte das Abitur in der Tasche, stand an einem Wendepunkt in meinem Leben und war offen für neue Projekte. Damals habe ich einfach losgelegt und hatte einfach Spaß an der Sache.

Nach vielen Promotionjobs und Klinkenputzerei und den Erfolgen von „Schöne Maid“, meinem ersten Achtungserfolg, lief es immer besser. Lied für Lied kam hinzu und 2017 kam die Anfrage vom Megapark für einen ersten Auftritt. Das ist eine der größten Partyzentralen Europas.

An diesem Tag konnte ich den Inhaber und Booking-Chef mit meiner Leistung auf der Bühne überzeugen, sodass ich danach einen Vertrag über 30 Auftritte bekam. Seither mache ich diesen Job als Musiker hauptberuflich.


 

Julian Benz ist längst mehr als ein Ballermann-Sänger, was rund 120 Aufritte über das Jahr verteilt zeigen. Wo trittst Du überall auf?

Die Breite wird immer größer. Mittelpunkt der Auftritte ist natürlich Mallorca mit Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das macht circa 80 Prozent aller Auftritte aus. Bulgarien ist ein wachsender und steigender Markt, wo ich auch schon aufgetreten bin, ebenso wie im spanischen Lloret de Mar. Im Winter bin ich natürlich in den Skigebieten bei den Après-Ski Partys unterwegs und freue mich auch wieder auf mein Heimspiel am bei VIVA Willingen am 13. Juni.


Welcher Deiner Hits ist Dein persönlicher Lieblingssong? Wo geht die Post auf der Bühne richtig ab?

„Je mehr ich trinke“ – ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich das Intro auf der Bühne von „Je mehr ich trinke“ höre. Damit beginne ich immer meine Shows und freue mich, wenn die Leute den Song mitsingen können. Das ist sicher der Hit von mir und ein zeitloser Partyklassiker.

 

 

Was war die beste Chartplatzierung, die Du bisher erreicht hast?

Es gibt mittlerweile unzählige Mallorca-Charts. Die nehme ich allerdings nicht sehr ernst, weil nicht die Zuschauer und Fans entscheiden. In den iTunes Charts kann man die realen Downloads nach Genres messen. Da bin ich zum Beispiel mit meiner neuen Single „Prima Martina“ bis auf Platz 5 geklettert. Mit anderen Songs habe ich es in die Top drei geschafft. Bester messbarer Erfolg ist aber die tatsächlich bei Spotify angespielte Anzahl der Songs. „Je mehr ich trinke“ hat hier die zwei Millionen-Schallmauer durchbrochen.


 

 

Mit dem Wechsel zu Summerfield Booking ist Dein Auftreten noch professioneller und Du gehörst mittlerweile zu einem der zehn am besten gebuchten Künstlern dieser Szene.

Genau. Ich bin sehr dankbar über diese Möglichkeit gewesen. Das war quasi wie ein Wechsel in die Bundesliga. Seither geht es stetig weiter bergauf und wir haben noch einiges vor, wie zum Beispiel unser neuer Podcast. Geplant ist auch ein gemeinsamer Song mit einer anderen Größe des Partyschlagers.


Du bist online bei Facebook und Instagram. Wie viele Follower hast Du?

Bei Instagram sind wir schon bei über 10.000 Followern. Für mich ein toller Richtwert, weil die Leute hier mehr über mich als Person erfahren können. Zum Beispiel, wie ich mich auf einen Auftritt vorbereite, was Backstage passiert und vieles mehr. Bei Facebook geht es im Grunde nur um Termine und Ankündigungen. Aber auch hier habe ich eine vergleichbare Anzahl von Fans.


Wie aufwendig ist die Arbeit am Fan?

Ich koordiniere alle Social-Media-Kanäle. Ich poste und beantworte alle Fragen und Kommentare selbst. Das ist schon nicht wenig Arbeit, aber macht unheimlich viel Spaß. Außerdem buche ich unter anderem auch alle Flüge selbst. Das ist bei 120 bis 150 Auftritten im Jahr ein sieben Tage Job.


 

 

Wo kann man Dich in der Nähe in diesem Jahr sehen? Was sind Deine Pläne für dieses Jahr, nachdem Du ja eine Skischule in Willingen eröffnet hast?

Ich lebe nun schon seit über 15 Jahren hier und sehe auch meine Zukunft in Willingen. Mit der Skischule habe ich ein zweites Standbein geschaffen, da es mit der Karriere auch mal schnell vorbei sein kann. Ich möchte mir hier etwas langfristiges Aufbauen. Musikalisch bin ich wieder in ganz Deutschland unterwegs und wie schon gesagt bei VIVA Willingen. Aktuelle Termine gibt es auf meiner Homepage julian-benz.de. Unter anderem bin ich auch beim großen Bulgarien-Opening im Mai und natürlich auch wieder im Megapark.


Aber noch mal zurück zum Skispringen. Du bist selbst über den Bakken am Mühlenkopf gesprungen? Wann hast Du Dich gegen den Skisport und für die Musik entschieden?

Ich würde eher sagen aus dem Ende des einen ist etwas Neues entstanden ist. Übrigens habe ich immer noch Lust über die Schanzen zu springen und mache dies immer mal wieder. Zuletzt vor rund einem Jahr. Gern möchte ich auch wieder öfter vom Bakken gehen. Mal schauen, was die Zeit zulässt.


Wirst Du beim Jubiläums-Weltcup auch vor Ort sein und die deutschen Springer um Lokalmatador Stephan Leyhe anfeuern?

Natürlich. In den letzten 15 Jahren habe ich keinen Weltcup verpasst. Das ist der erste Termin in meinem Kalender, den ich mir blocke. Ich helfe als Free Willi wieder beim Team der Standseilbahn mit und wünsche uns allen eine tolle Veranstaltung. Übrigens: Ich würde bei der Eröffnungsfeier gern mal einen Partyact wie Mickie Krause oder Lorenz Büffel sehen, da genau diese Musik zu großen Teilen während des gesamten Weltcup-Wochenendes läuft.

 

Quelle und Bildnachweis: Sven Schütz / Upland Tipps