Jörg Templin spricht über seine Liebe zur Astenkrone und wie er im Sauerland angekommen ist.

Über unseren Köpfen spannt sich ein gläserner Dschungel, während Jörg Templin mit geübten Handgriffen Wasser einschenkt. Pflanzen und Tiere schauen vom Buntglasdach auf uns herab und warmes Licht flutet den Raum. Die schweren Vorhänge zwischen den Fenstern sind genau auf die Farben des Glases abgestimmt. Während unsere Finger über die Patina des Tisches streichen, freut sich das Auge. Es gibt viel zu schauen, wenn man das Romantik Berghotel Astenkrone betritt. Mal sind da Glas, Stein und klare Linien, mal alte Holzbalken mit Schnitzereien und schwere, edle Stoffe. Irgendwie ist es schick und modern, irgendwie ist es urig und gemütlich. Eines ist es auf jeden Fall – ein Ort, an dem man als Gast gerne ankommt.

 

Altastenberg. Vom Ankommen kann Jörg Templin ein Lied singen. Er ist der Geschäftsführer der Astenkrone und – wie man im Sauerland so schön sagt – ein Buiterling. Seit er in Prenzlau geboren wurde, ist er im Laufe der Jahre herumgekommen – 17 Umzüge, 17 Mal irgendwo ankommen. Zuletzt im Jahr 2001, als er seinen Job in der Astenkrone antrat. Heute ist er fest mit dem Haus verwachsen, aber ist man als Buiterling im Sauerland jemals richtig angekommen?

Liebe es, oder lass es

Nach einer Berufsausbildung im medizinischen Bereich wurde Jörg Templin schnell klar: Nein, das ist für mich nicht das Wahre. Die Hotellerie sollte es stattdessen sein und so ging er Anfang der Neunziger nach Hameln, um dort seine Ausbildung zum Hotelfachmann zu beginnen. Dann nahmen die Dinge ihren Lauf. „Ab da hat sich immer alles so ergeben“, sagt er und erzählt von glücklichen Fügungen und Chancen, die ihn von einem Punkt seines Lebens zum nächsten geführt haben.

Da war der Abteilungsleiter, der oft außer Haus war und ihm schon als Azubi Aufgaben übertrug, dank derer er sich in den verschiedensten Bereichen ausprobieren konnte. Da war das Angebot auf Sylt und die Veranstaltung, bei der er seine Frau kennenlernte, die ebenfalls in der Hotellerie arbeitet. Und als der Wunsch aufkam in einem kleineren Hotel in der Privathotellerie zu arbeiten, ergab sich die Möglichkeit mit seiner Frau in ihre Heimat zu ziehen. Von Brilon aus pendelt Jörg Templin nun zwischen Haus und Hotel. Gut anderthalb Stunden sind das täglich, doch das stört ihn nicht. „Ich bin dankbar für die Zeit“, erzählt er. „So bekomme ich den Kopf frei.“ Ein Highlight ist es trotzdem, wenn er es mal pünktlich zur Tagesschau auf die Couch schafft.

Mit dem Herzen dabei

Die Hotellerie kann ein schnelllebiges Pflaster sein und trotzdem bleibt Jörg Templin seiner Astenkrone seit knapp 20 Jahren treu. Wieso? Das ist klar, irgendwo im Herzen, aber oft sind es genau diese Dinge, die sich schwer in Worte fassen lassen. Und so sucht auch Jörg Templin nach den richtigen Worten. Im Endeffekt sagt das Lächeln, das er nicht unterdrücken kann, wenn er über die Astenkrone spricht, alles. „Ich weiß nicht, ob ich woanders so glücklich werden könnte.“ Für ihn ist die Astenkrone die perfekte Mischung. Hier gibt es immer Raum für neue Herausforderungen, Ideen und Veränderungen. Repräsentant und Showhotel für die hochwertigen Textilkreationen von JAB Anstoetz zu sein, macht die Arbeit zusätzlich spannend.

Jörg Templin ist jemand, der authentisch ist und dem man gerne lauscht, jemand, der einfach unter Menschen gehört. Das wird im Gespräch schnell klar und so ist es auch keine Überraschung, als er gesteht, dass ihm der Kontakt zu Gästen und Mitarbeitern besonders viel Freude bereitet. „Ich gehe sehr gerne und immer gutgelaunt raus zu den Gästen.“ So begrüßt er sie zum Frühstück, hält einen netten Plausch beim Abendessen oder hilft beim Abräumen. „Man kann mit dem Zwischenmenschlichen so viel erreichen und hat einen ganz anderen Draht zu den Leuten.“ Und eben dieser Draht ist ihm sehr wichtig.

Eine kleine Welt für sich

Dass in der Astenkrone eine besondere Atmosphäre herrscht, bemerkt man direkt, wenn man von den zuvorkommenden Mitarbeitern begrüßt wird. Trotzdem ist es auch hier eher ein Gefühl, wieder etwas, das man schwer in Worte fassen kann. Vielleicht liegt es daran, dass die Astenkrone, wie alle guten und großen Häuser, eine kleine Welt für sich ist. Da sind Mitarbeiter, Geschäftsführung, Gäste und Haus so stimmig miteinander verwoben, dass ein unverwechselbares Gesamtbild dabei herauskommt - die Astenkrone eben. Dass das gefällt, macht sich auch während des Gesprächs mit Jörg Templin bemerkbar. Draußen sind unentwegt Gäste zu sehen, deren Koffer den Weg auf den Gepäckwagen finden oder die das Hotel im Wanderdress verlassen, um die Sauerländer Natur zu genießen.

Das größte Gut

Um das Uhrwerk eines Hotels wie der Astenkrone präzise am Laufen zu halten, ist Fingerspitzengefühl und Menschenkenntnis vonseiten der Geschäftsführung gefragt, vor allem aber eins: Gute Mitarbeiter. „Sie sind unser größtes Gut“, weiß Jörg Templin. „Das Wichtigste ist, sie zu halten.“ Und was müssen Mitarbeiter der Astenkrone mitbringen? „Das kann man gar nicht über einen Kamm scheren“, erzählt er weiter.

Feststeht: Sie müssen auf die Gäste zugehen und sie begeistern können. „Wir haben hier ganz unterschiedliche Gäste, deshalb habe ich auch am liebsten ganz unterschiedliche Mitarbeiter. Jeder bringt ein eigenes Talent und etwas Besonderes mit.“

Immer auf Stand-by

Bei täglich bis zu 11 Stunden im Hotel ist die Arbeit auch im Privaten stets unterschwellig präsent. Viel Platz für Hobbies bleibt da nicht, aber es lässt sich auch bei einem langen Spaziergang mit dem Hund gut entspannen.

„Wenn du eine Berufung hast, kannst du nie ganz abschalten“, meint Jörg Templin. Auch nicht, wenn Urlaub ansteht. Da geht es mit der Familie gerne Richtung Norden, wie diesen Sommer, wo eine Reise der besonderen Art geplant ist: Helsinki – St. Petersburg mit dem Zug. „Wenn wir Urlaub in anderen Hotels machen, gucke ich schon, was man vielleicht noch lernen kann“, erklärt Jörg Templin. „Selbst aus einer nicht so positiven Hotel-Erfahrung nehme ich auf der Heimreise etwas Gutes für mich und die Astenkrone mit.“

Kontakt 

Romantik Berghotel Astenkrone
Astenstraße 24
59955 Winterberg

Telefon: 02981 809 0
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