„GAP YEAR SÜDWESTFALEN“ – Ein Praxisjahr in der Region Mehr als nur eine Überbrückung

Kaum etwas hilft einem jungen Menschen bei der Berufswahl mehr als praktische Berufserfahrung. Das Schulpraktikum ist bereits eine gute Möglichkeit. Aber was, wenn man in dieser Zeit nur festgestellt hat, dass es genau dieser Beruf doch nicht ist?

Text: Christel Zidi
Fotos: Patrick Bonzel / Südwestfalen Agentur GmbH

Wer noch immer unsicher ist, für welchen Beruf er sich entscheiden soll, ist selten gut damit bedient, sich halbherzig für irgendeine Ausbildung zu entscheiden. Lieber lässt man sich mit der Berufswahl noch etwas Zeit und nutzt diese durch ein „Gap Year“, ein Überbrückungsjahr. Mit dem „Gap Year Südwestfalen“-Programm der Südwestfalen Agentur erhält man vielseitige Einblicke in unterschiedliche Unternehmen und verschiedene Arbeitsbereiche. Mit drei Praktika bei drei Top-Arbeitgebern kann man in neun Monaten jede Menge Praxiserfahrung sammeln. Mit einer umfassenden Betreuung und guter Vergütung. Nach dieser Zeit bleiben dann noch drei Monate, die man ganz nach Wunsch nutzen kann. Das Gap Year Südwestfalen startet jeweils zum 01. Juli eines Jahres und endet am 30. Juni des Folgejahres. Erste Praktika-Einsätze finden in der Regel ab August/September statt.

Bewerben können sich Schulabgängerinnen und Schulabgänger …

• die bis zum Beginn ihres ersten Gap Year Praktikums das 18. Lebensjahr vollendet haben oder

• mit erfolgreichem Abschluss der gymnasialen Ober stufe oder

• mit erfolgreichem Abschluss eines vollzeitschulischen Bildungsgangs des Berufskollegs.

Saskia Haardt-Cerff betreut das Programm, gemeinsam mit Niklas Jung. Sie hat uns erklärt, wie das Bewerbungs und Auswahlverfahren abläuft: „Das Bewerbungsverfahren ist ganz einfach. Mit nur einer Online-Bewerbung kann man sich für mehrere Unternehmen gleichzeitig bewerben. Man gibt ganz einfach an, wieso man ein Gap Year machen möchte, welche Unternehmen einen interessieren und welche Berufseinblicke man dort gerne erwerben möchte. Die Bewerbungen werden dann an die ausgewählten Unternehmen weitergeleitet. Bei Interesse der Unternehmen koordiniert die Südwestfalen Agentur kurzweilige Bewerbungsgespräche, die in angenehmer Atmosphäre online stattfinden. Finden Unternehmen und Bewerber so zusammen, wird ein individuelles Praxisjahr nach den Wünschen der Bewerber zusammengestellt. Denn: jedes Gap Year ist einzigartig.“ Und weiter berichtet Saskia Haardt-Cerff, was während des Jahres geboten wird: „Die Bewerber erhalten in den dreimonatigen Praktikumseinsätzen vielfältige Berufs- und Unternehmenseinblicke. Ein Rahmenprogramm ermöglicht den Teilnehmenden sich zu Beginn des Programmes kennenzulernen und im Laufe des Jahres ihre Erfahrungen untereinander auszutauschen. Zusätzlich wird ein Winterund Sommerevent geboten. Alle Veranstaltungen werden durch ein Persönlichkeitscoaching begleitet. Hier werden beispielsweise Themen wie Kommunikation, Durchhaltevermögen oder auch Körpersprache angesprochen – alles natürlich freiwillig, aber die Teilnehmenden fanden das Angebot immer toll. Zudem werden zweimal im Jahr weitere Treffen an einem attraktiven Ort in Südwestfalen angeboten, so kann zudem noch die eigene Region erkundet werden und man tauscht sich aus, wie das jeweilige „Jahr“ so verläuft.“ Derzeit bieten 35 Unternehmen Praktikumsplätze an. Die Unternehmen kommen aus verschiedenen Branchen: Industrie, Handwerk, Soziales, Gesundheit, Dienstleistung, IT und Verwaltung. Das Programm ist fortlaufend auf der Suche nach neuen Unternehmen. Auch die südwestfälischen Kreise und Kommunen wurden als Partner eingeladen ihre Betriebe vor Ort zum Mitmachen zu gewinnen: „Interessierte Arbeitgeber sind herzlichst eingeladen am Programm mitzuwirken, denn das Programm zahlt sich für beide Seiten aus“, so die Leiterin des Regionalmarketings. Das „Gap Year Südwestfalen“-Programm gibt es seit 2018 und wurde auf Anregung der Utopia-Jugendkonferenz umgesetzt: „Der Wunsch junger Südwestfalen war es, die vielfältigen beruflichen Perspektiven in Südwestfalen erlebbarer zu machen und Unternehmen und junge Menschen auf eine andere Weise zusammenzubringen. Für das Regionalmarketing war dies eine Selbstverständlichkeit, denn das Programm trägt dazu bei, Nachwuchs und Fachkräfte in der Region zu binden“, so Saskia Haardt-Cerff. Durch die dreimonatigen Praktikumslaufzeiten können sich Unternehmen und Praktikanten noch besser kennenlernen, sich aufeinander einlassen und bestens ausloten, ob man zusammenpassen könnte. Und das mit Erfolg: „Das Programm hat dazu beigetragen, dass einige Teilnehmer bei einem der Unternehmen einen Ausbildungsvertrag angenommen haben oder ein duales Studium begonnen haben“, freut sich die Projektmanagerin. „Anderen Teilnehmern wurden die Augen für die Vielfalt der Ausbildungsberufe und Betriebe in der Region geöffnet. Diese haben sich für eine Ausbildung und gegen ein Weggehen entschieden.“ Das Programm, das fortlaufend evaluiert und gemeinsam mit den Unternehmen weiterentwickelt wird, stößt bei allen Seiten gleichermaßen auf positive Resonanz. Saskia Haardt-Cerff und Ihr Kollege Niklas Jung hoffen deshalb auf noch mehr Unternehmen, die mitmachen, „denn umso mehr Unternehmen dabei sind, umso erfolgreicher kann das Programm die jungen Menschen bei ihrer Berufsorientierung unterstützen.“


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