Text: Andreas Melliwa

Mit ihren gerade mal 21 Jahren hat Bleonita Sejdiu bereits eine Karriere hinter sich, die andere noch sehr lange vor sich hätten. Wenn überhaupt. Und der Weg nach oben soll noch nicht zu Ende sein. Mit 17 hat sie im Kosovo mit Bravour ihr Abitur gebaut, da hatte sie allerdings auch schon die ersten Einsätze in der Fußball-Nationalmannschaft ihres Heimatlandes hinter sich. „Ich hab im Mittelfeld und auf dem linken Flügel gespielt“, erzählt sie eher beiläufig, „meine Stärke war: ich kann sowohl mit links als auch mit rechts schießen. Das ist auch bei den Fussballdamen eher selten.“ Beidfüßig im Leben stehend wagt sie dann nach dem Abitur den Schritt nach Deutschland, ins Sauerland, nach Marsberg. Hier gewann sie im vergangenen Jahr den offiziellen Titel als „beste Bäckerei-Fachverkäuferin Deutschlands“.  

Sprung ins Ungewisse

Den Fleiß, die Strebsamkeit, die harte Disziplin gegen sich selbst lässt die sympathische junge Frau erst auf den zweiten Blick erkennen. „Ich lache viel und gern“ sagt sie zwinkernd zu ihrem Ausbilder und Noch-Chef Roman Gerlach, der sichtlich stolz neben ihr sitzt im Marsberger Café „No-A-ah“. Hier hat die steile Laufbahn von Bleonita Sejdiu in einem ihr völlig fremden Land begonnen. „Ihre Eltern haben mich auf einen Ausbildungsplatz für ihre Tochter angesprochen,“ erzählt Roman Gerlach, Besitzer der Bäckerei Runte und des Cafés NO“H“AH in der Marsberger Innenstadt, „sie leben bereits längere Zeit in Marsberg. Nun sollte auch der Rest der Familie nachziehen.“ Gerlach zögerte nicht lange, obwohl das Ganze eine Art Wundertüte für ihn war. Das einzige, war er von seiner neuen Auszubildenden wusste, war: sie sprach kein Wort Deutsch… 

Familienglück als Karrieremotor

Das änderte sich aber ganz schnell, nachdem Bleonita direkt nach dem Abitur in Marsberg ankam. Mit einer vorläufigen Aufenthaltsgenehmigung, die eng an die Ausbildung in der Bäckerei Runte gekoppelt war. „Ich wusste, wenn ich die nicht schaffe, dann muss ich zurück in den Kosovo,“ beschreibt sie die erste Zeit ihrer Lehre, „und mein oberstes Ziel war und ist, endlich wieder mit meiner Familie vereint zu sein!“ Dem hat sie alles untergeordnet: volle Konzentration auf die Ausbildung in der Backstube und im Laden der Bäckerei Runte, und auch in der parallel laufenden Berufsschule stand das Lernen ganz oben. Während Kollegen oder Mitschüler abends schon mal in den Club gingen oder in die Kneipe, ging Bleonita lieber nochmal den Stoff des Tages durch. „Ich hab immer gern gelernt, bin immer gern in die Schule gegangen. Das hat mir sehr geholfen.“ Und sie wußte, dass sich mit jedem Erfolg auch die Chancen erhöhen, eine dauernde Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen.  

Gestartet ist sie mit einer Aufenthaltsgenehmigung über ein Jahr, mit der abgeschlossenen Berufsausbildung ist sie schon auf vier Jahre verlängert worden. Die gesamte Familie hofft aber, dass Bleonita auch danach unbefristet lange bleiben darf. „Sie ist voll integriert, spricht mittlerweile sehr gut Deutsch, schafft demnächst sogar Arbeitsplätze – ich weiß keinen Grund, warum sie wieder zurück in den Kosovo sollte“, wird Ausbilder Roman Gerlach schon hörbar lauter, „ solch hochmotivierte Menschen wie Bleonita und ihre Familie brauchen wir noch viel mehr in Deutschland!“ 

Und tatsächlich sieht alles nach einer richtig guten Zukunft in der neuen Heimat aus: Bleonita lebt mit ihren Eltern und drei Schwestern in einem Haus, unter einem Dach. Und mit ihrem Ehemann, dem sie noch im Kosovo das „Ja“-Wort gegeben hatte. In der Ausbildung ging es weiter Schlag auf Schlag: bei der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer Arnsberg wurde sie Prüfungsbeste. Zu den Wettbewerben um die beste Bäckerei-Fachverkäuferin musste sie erst überredet werden – doch schließlich zog sie auch hier allen anderen davon. Nummer 1 in NRW, dann Nummer 1 in Deutschland. Mehr ginge eigentlich nicht… 

Eigener Chef im Café „Champ“

Doch, es geht noch mehr! Mit einem Stipendium in der Tasche wird sie in der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim einen Masterkurs belegen, mit dem Berufsziel Verkaufsleiterin. „Dann darf ich auch Mitarbeiter ausbilden!“ sagt sie stolz. Und die wird sie brauchen, denn noch in diesem Jahr möchte sie das Café von ihrem Chef Roman Gerlach übernehmen. Zusammen mit ihrem Ehemann, der nach seiner Ausbildung in der Gastronomie zu Hause im Kosovo auch nach Marsberg gekommen ist. Es soll eine Mischung aus Bistro, Café und Restaurant werden, mitten in der Marsberger City. „Champ“ soll es dann heißen – ein Idee von Roman Gerlach. „So wissen dann alle auch in 10 Jahren noch, dass Bleonita als Champion gestartet ist!“  

Der Bäckermeister aus Leidenschaft ist sich sicher, dass sein Rohdiamant weiter seinen Weg gehen wird. „Das Café „No-A-ah“ ist heute schon ein attraktiver Anlaufpunkt für junge und alte Marsberger, wir haben viele Stammkunden. Da lässt sich richtig gut Geld verdienen, wenn man mit Herzblut solide Arbeit abliefert!“ prophezeit Roman Gerlach eine gute Zukunft. Im „Champ“ will Bleonita Sejdiu daran anknüpfen. „Ich liebe es kreativ zu sein. Und ich mag die menschliche Wärme hier. Ich sehe viele Kunden fast täglich hereinkommen, man kennt sich, man unterhält sich, das macht mir großen Spaß.“ 

Für die junge Frau aus dem Kosovo fühlen sich die vergangenen 3 Jahre manchmal immer noch unwirklich an. „Ich weiß zwar, was ich geschafft habe, aber manchmal frage ich mich: wie ist das alles passiert? In so kurzer Zeit?“ Aus der Fussball-Nationalmannschaft auf dem Sprung zur Unternehmerin im Sauerland – eine Art amerikanischer Traum made im Kosovo. Und wie gesagt: er soll noch lange nicht zu Ende sein… 

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Text: Andreas Melliwa

Mit ihren gerade mal 21 Jahren hat Bleonita Sejdiu bereits eine Karriere hinter sich, die andere noch sehr lange vor sich hätten. Wenn überhaupt. Und der Weg nach oben soll noch nicht zu Ende sein. Mit 17 hat sie im Kosovo mit Bravour ihr Abitur gebaut, da hatte sie allerdings auch schon die ersten Einsätze in der Fußball-Nationalmannschaft ihres Heimatlandes hinter sich. „Ich hab im Mittelfeld und auf dem linken Flügel gespielt“, erzählt sie eher beiläufig, „meine Stärke war: ich kann sowohl mit links als auch mit rechts schießen. Das ist auch bei den Fussballdamen eher selten.“ Beidfüßig im Leben stehend wagt sie dann nach dem Abitur den Schritt nach Deutschland, ins Sauerland, nach Marsberg. Hier gewann sie im vergangenen Jahr den offiziellen Titel als „beste Bäckerei-Fachverkäuferin Deutschlands“.  

Sprung ins Ungewisse

Den Fleiß, die Strebsamkeit, die harte Disziplin gegen sich selbst lässt die sympathische junge Frau erst auf den zweiten Blick erkennen. „Ich lache viel und gern“ sagt sie zwinkernd zu ihrem Ausbilder und Noch-Chef Roman Gerlach, der sichtlich stolz neben ihr sitzt im Marsberger Café „No-A-ah“. Hier hat die steile Laufbahn von Bleonita Sejdiu in einem ihr völlig fremden Land begonnen. „Ihre Eltern haben mich auf einen Ausbildungsplatz für ihre Tochter angesprochen,“ erzählt Roman Gerlach, Besitzer der Bäckerei Runte und des Cafés NO“H“AH in der Marsberger Innenstadt, „sie leben bereits längere Zeit in Marsberg. Nun sollte auch der Rest der Familie nachziehen.“ Gerlach zögerte nicht lange, obwohl das Ganze eine Art Wundertüte für ihn war. Das einzige, war er von seiner neuen Auszubildenden wusste, war: sie sprach kein Wort Deutsch… 

Familienglück als Karrieremotor

Das änderte sich aber ganz schnell, nachdem Bleonita direkt nach dem Abitur in Marsberg ankam. Mit einer vorläufigen Aufenthaltsgenehmigung, die eng an die Ausbildung in der Bäckerei Runte gekoppelt war. „Ich wusste, wenn ich die nicht schaffe, dann muss ich zurück in den Kosovo,“ beschreibt sie die erste Zeit ihrer Lehre, „und mein oberstes Ziel war und ist, endlich wieder mit meiner Familie vereint zu sein!“ Dem hat sie alles untergeordnet: volle Konzentration auf die Ausbildung in der Backstube und im Laden der Bäckerei Runte, und auch in der parallel laufenden Berufsschule stand das Lernen ganz oben. Während Kollegen oder Mitschüler abends schon mal in den Club gingen oder in die Kneipe, ging Bleonita lieber nochmal den Stoff des Tages durch. „Ich hab immer gern gelernt, bin immer gern in die Schule gegangen. Das hat mir sehr geholfen.“ Und sie wußte, dass sich mit jedem Erfolg auch die Chancen erhöhen, eine dauernde Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen.  

Gestartet ist sie mit einer Aufenthaltsgenehmigung über ein Jahr, mit der abgeschlossenen Berufsausbildung ist sie schon auf vier Jahre verlängert worden. Die gesamte Familie hofft aber, dass Bleonita auch danach unbefristet lange bleiben darf. „Sie ist voll integriert, spricht mittlerweile sehr gut Deutsch, schafft demnächst sogar Arbeitsplätze – ich weiß keinen Grund, warum sie wieder zurück in den Kosovo sollte“, wird Ausbilder Roman Gerlach schon hörbar lauter, „ solch hochmotivierte Menschen wie Bleonita und ihre Familie brauchen wir noch viel mehr in Deutschland!“ 

Und tatsächlich sieht alles nach einer richtig guten Zukunft in der neuen Heimat aus: Bleonita lebt mit ihren Eltern und drei Schwestern in einem Haus, unter einem Dach. Und mit ihrem Ehemann, dem sie noch im Kosovo das „Ja“-Wort gegeben hatte. In der Ausbildung ging es weiter Schlag auf Schlag: bei der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer Arnsberg wurde sie Prüfungsbeste. Zu den Wettbewerben um die beste Bäckerei-Fachverkäuferin musste sie erst überredet werden – doch schließlich zog sie auch hier allen anderen davon. Nummer 1 in NRW, dann Nummer 1 in Deutschland. Mehr ginge eigentlich nicht… 

Eigener Chef im Café „Champ“

Doch, es geht noch mehr! Mit einem Stipendium in der Tasche wird sie in der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim einen Masterkurs belegen, mit dem Berufsziel Verkaufsleiterin. „Dann darf ich auch Mitarbeiter ausbilden!“ sagt sie stolz. Und die wird sie brauchen, denn noch in diesem Jahr möchte sie das Café von ihrem Chef Roman Gerlach übernehmen. Zusammen mit ihrem Ehemann, der nach seiner Ausbildung in der Gastronomie zu Hause im Kosovo auch nach Marsberg gekommen ist. Es soll eine Mischung aus Bistro, Café und Restaurant werden, mitten in der Marsberger City. „Champ“ soll es dann heißen – ein Idee von Roman Gerlach. „So wissen dann alle auch in 10 Jahren noch, dass Bleonita als Champion gestartet ist!“  

Der Bäckermeister aus Leidenschaft ist sich sicher, dass sein Rohdiamant weiter seinen Weg gehen wird. „Das Café „No-A-ah“ ist heute schon ein attraktiver Anlaufpunkt für junge und alte Marsberger, wir haben viele Stammkunden. Da lässt sich richtig gut Geld verdienen, wenn man mit Herzblut solide Arbeit abliefert!“ prophezeit Roman Gerlach eine gute Zukunft. Im „Champ“ will Bleonita Sejdiu daran anknüpfen. „Ich liebe es kreativ zu sein. Und ich mag die menschliche Wärme hier. Ich sehe viele Kunden fast täglich hereinkommen, man kennt sich, man unterhält sich, das macht mir großen Spaß.“ 

Für die junge Frau aus dem Kosovo fühlen sich die vergangenen 3 Jahre manchmal immer noch unwirklich an. „Ich weiß zwar, was ich geschafft habe, aber manchmal frage ich mich: wie ist das alles passiert? In so kurzer Zeit?“ Aus der Fussball-Nationalmannschaft auf dem Sprung zur Unternehmerin im Sauerland – eine Art amerikanischer Traum made im Kosovo. Und wie gesagt: er soll noch lange nicht zu Ende sein… 

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Mit ihren gerade mal 21 Jahren hat Bleonita Sejdiu bereits eine Karriere hinter sich, die andere noch sehr lange vor sich hätten. Wenn überhaupt. Und der Weg nach oben soll noch nicht zu Ende sein. Mit 17 hat sie im Kosovo mit Bravour ihr Abitur gebaut, da hatte sie allerdings auch schon die ersten Einsätze in der Fußball-Nationalmannschaft ihres Heimatlandes hinter sich. „Ich hab im Mittelfeld und auf dem linken Flügel gespielt“, erzählt sie eher beiläufig, „meine Stärke war: ich kann sowohl mit links als auch mit rechts schießen. Das ist auch bei den Fussballdamen eher selten.“ Beidfüßig im Leben stehend wagt sie dann nach dem Abitur den Schritt nach Deutschland, ins Sauerland, nach Marsberg. Hier gewann sie im vergangenen Jahr den offiziellen Titel als „beste Bäckerei-Fachverkäuferin Deutschlands“.  

Sprung ins Ungewisse

Den Fleiß, die Strebsamkeit, die harte Disziplin gegen sich selbst lässt die sympathische junge Frau erst auf den zweiten Blick erkennen. „Ich lache viel und gern“ sagt sie zwinkernd zu ihrem Ausbilder und Noch-Chef Roman Gerlach, der sichtlich stolz neben ihr sitzt im Marsberger Café „No-A-ah“. Hier hat die steile Laufbahn von Bleonita Sejdiu in einem ihr völlig fremden Land begonnen. „Ihre Eltern haben mich auf einen Ausbildungsplatz für ihre Tochter angesprochen,“ erzählt Roman Gerlach, Besitzer der Bäckerei Runte und des Cafés NO“H“AH in der Marsberger Innenstadt, „sie leben bereits längere Zeit in Marsberg. Nun sollte auch der Rest der Familie nachziehen.“ Gerlach zögerte nicht lange, obwohl das Ganze eine Art Wundertüte für ihn war. Das einzige, war er von seiner neuen Auszubildenden wusste, war: sie sprach kein Wort Deutsch… 

Familienglück als Karrieremotor

Das änderte sich aber ganz schnell, nachdem Bleonita direkt nach dem Abitur in Marsberg ankam. Mit einer vorläufigen Aufenthaltsgenehmigung, die eng an die Ausbildung in der Bäckerei Runte gekoppelt war. „Ich wusste, wenn ich die nicht schaffe, dann muss ich zurück in den Kosovo,“ beschreibt sie die erste Zeit ihrer Lehre, „und mein oberstes Ziel war und ist, endlich wieder mit meiner Familie vereint zu sein!“ Dem hat sie alles untergeordnet: volle Konzentration auf die Ausbildung in der Backstube und im Laden der Bäckerei Runte, und auch in der parallel laufenden Berufsschule stand das Lernen ganz oben. Während Kollegen oder Mitschüler abends schon mal in den Club gingen oder in die Kneipe, ging Bleonita lieber nochmal den Stoff des Tages durch. „Ich hab immer gern gelernt, bin immer gern in die Schule gegangen. Das hat mir sehr geholfen.“ Und sie wußte, dass sich mit jedem Erfolg auch die Chancen erhöhen, eine dauernde Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen.  

Gestartet ist sie mit einer Aufenthaltsgenehmigung über ein Jahr, mit der abgeschlossenen Berufsausbildung ist sie schon auf vier Jahre verlängert worden. Die gesamte Familie hofft aber, dass Bleonita auch danach unbefristet lange bleiben darf. „Sie ist voll integriert, spricht mittlerweile sehr gut Deutsch, schafft demnächst sogar Arbeitsplätze – ich weiß keinen Grund, warum sie wieder zurück in den Kosovo sollte“, wird Ausbilder Roman Gerlach schon hörbar lauter, „ solch hochmotivierte Menschen wie Bleonita und ihre Familie brauchen wir noch viel mehr in Deutschland!“ 

Und tatsächlich sieht alles nach einer richtig guten Zukunft in der neuen Heimat aus: Bleonita lebt mit ihren Eltern und drei Schwestern in einem Haus, unter einem Dach. Und mit ihrem Ehemann, dem sie noch im Kosovo das „Ja“-Wort gegeben hatte. In der Ausbildung ging es weiter Schlag auf Schlag: bei der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer Arnsberg wurde sie Prüfungsbeste. Zu den Wettbewerben um die beste Bäckerei-Fachverkäuferin musste sie erst überredet werden – doch schließlich zog sie auch hier allen anderen davon. Nummer 1 in NRW, dann Nummer 1 in Deutschland. Mehr ginge eigentlich nicht… 

Eigener Chef im Café „Champ“

Doch, es geht noch mehr! Mit einem Stipendium in der Tasche wird sie in der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim einen Masterkurs belegen, mit dem Berufsziel Verkaufsleiterin. „Dann darf ich auch Mitarbeiter ausbilden!“ sagt sie stolz. Und die wird sie brauchen, denn noch in diesem Jahr möchte sie das Café von ihrem Chef Roman Gerlach übernehmen. Zusammen mit ihrem Ehemann, der nach seiner Ausbildung in der Gastronomie zu Hause im Kosovo auch nach Marsberg gekommen ist. Es soll eine Mischung aus Bistro, Café und Restaurant werden, mitten in der Marsberger City. „Champ“ soll es dann heißen – ein Idee von Roman Gerlach. „So wissen dann alle auch in 10 Jahren noch, dass Bleonita als Champion gestartet ist!“  

Der Bäckermeister aus Leidenschaft ist sich sicher, dass sein Rohdiamant weiter seinen Weg gehen wird. „Das Café „No-A-ah“ ist heute schon ein attraktiver Anlaufpunkt für junge und alte Marsberger, wir haben viele Stammkunden. Da lässt sich richtig gut Geld verdienen, wenn man mit Herzblut solide Arbeit abliefert!“ prophezeit Roman Gerlach eine gute Zukunft. Im „Champ“ will Bleonita Sejdiu daran anknüpfen. „Ich liebe es kreativ zu sein. Und ich mag die menschliche Wärme hier. Ich sehe viele Kunden fast täglich hereinkommen, man kennt sich, man unterhält sich, das macht mir großen Spaß.“ 

Für die junge Frau aus dem Kosovo fühlen sich die vergangenen 3 Jahre manchmal immer noch unwirklich an. „Ich weiß zwar, was ich geschafft habe, aber manchmal frage ich mich: wie ist das alles passiert? In so kurzer Zeit?“ Aus der Fussball-Nationalmannschaft auf dem Sprung zur Unternehmerin im Sauerland – eine Art amerikanischer Traum made im Kosovo. Und wie gesagt: er soll noch lange nicht zu Ende sein… 

Text: Andreas Melliwa

Mit ihren gerade mal 21 Jahren hat Bleonita Sejdiu bereits eine Karriere hinter sich, die andere noch sehr lange vor sich hätten. Wenn überhaupt. Und der Weg nach oben soll noch nicht zu Ende sein. Mit 17 hat sie im Kosovo mit Bravour ihr Abitur gebaut, da hatte sie allerdings auch schon die ersten Einsätze in der Fußball-Nationalmannschaft ihres Heimatlandes hinter sich. „Ich hab im Mittelfeld und auf dem linken Flügel gespielt“, erzählt sie eher beiläufig, „meine Stärke war: ich kann sowohl mit links als auch mit rechts schießen. Das ist auch bei den Fussballdamen eher selten.“ Beidfüßig im Leben stehend wagt sie dann nach dem Abitur den Schritt nach Deutschland, ins Sauerland, nach Marsberg. Hier gewann sie im vergangenen Jahr den offiziellen Titel als „beste Bäckerei-Fachverkäuferin Deutschlands“.  

Sprung ins Ungewisse

Den Fleiß, die Strebsamkeit, die harte Disziplin gegen sich selbst lässt die sympathische junge Frau erst auf den zweiten Blick erkennen. „Ich lache viel und gern“ sagt sie zwinkernd zu ihrem Ausbilder und Noch-Chef Roman Gerlach, der sichtlich stolz neben ihr sitzt im Marsberger Café „No-A-ah“. Hier hat die steile Laufbahn von Bleonita Sejdiu in einem ihr völlig fremden Land begonnen. „Ihre Eltern haben mich auf einen Ausbildungsplatz für ihre Tochter angesprochen,“ erzählt Roman Gerlach, Besitzer der Bäckerei Runte und des Cafés NO“H“AH in der Marsberger Innenstadt, „sie leben bereits längere Zeit in Marsberg. Nun sollte auch der Rest der Familie nachziehen.“ Gerlach zögerte nicht lange, obwohl das Ganze eine Art Wundertüte für ihn war. Das einzige, war er von seiner neuen Auszubildenden wusste, war: sie sprach kein Wort Deutsch… 

Familienglück als Karrieremotor

Das änderte sich aber ganz schnell, nachdem Bleonita direkt nach dem Abitur in Marsberg ankam. Mit einer vorläufigen Aufenthaltsgenehmigung, die eng an die Ausbildung in der Bäckerei Runte gekoppelt war. „Ich wusste, wenn ich die nicht schaffe, dann muss ich zurück in den Kosovo,“ beschreibt sie die erste Zeit ihrer Lehre, „und mein oberstes Ziel war und ist, endlich wieder mit meiner Familie vereint zu sein!“ Dem hat sie alles untergeordnet: volle Konzentration auf die Ausbildung in der Backstube und im Laden der Bäckerei Runte, und auch in der parallel laufenden Berufsschule stand das Lernen ganz oben. Während Kollegen oder Mitschüler abends schon mal in den Club gingen oder in die Kneipe, ging Bleonita lieber nochmal den Stoff des Tages durch. „Ich hab immer gern gelernt, bin immer gern in die Schule gegangen. Das hat mir sehr geholfen.“ Und sie wußte, dass sich mit jedem Erfolg auch die Chancen erhöhen, eine dauernde Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen.  

Gestartet ist sie mit einer Aufenthaltsgenehmigung über ein Jahr, mit der abgeschlossenen Berufsausbildung ist sie schon auf vier Jahre verlängert worden. Die gesamte Familie hofft aber, dass Bleonita auch danach unbefristet lange bleiben darf. „Sie ist voll integriert, spricht mittlerweile sehr gut Deutsch, schafft demnächst sogar Arbeitsplätze – ich weiß keinen Grund, warum sie wieder zurück in den Kosovo sollte“, wird Ausbilder Roman Gerlach schon hörbar lauter, „ solch hochmotivierte Menschen wie Bleonita und ihre Familie brauchen wir noch viel mehr in Deutschland!“ 

Und tatsächlich sieht alles nach einer richtig guten Zukunft in der neuen Heimat aus: Bleonita lebt mit ihren Eltern und drei Schwestern in einem Haus, unter einem Dach. Und mit ihrem Ehemann, dem sie noch im Kosovo das „Ja“-Wort gegeben hatte. In der Ausbildung ging es weiter Schlag auf Schlag: bei der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer Arnsberg wurde sie Prüfungsbeste. Zu den Wettbewerben um die beste Bäckerei-Fachverkäuferin musste sie erst überredet werden – doch schließlich zog sie auch hier allen anderen davon. Nummer 1 in NRW, dann Nummer 1 in Deutschland. Mehr ginge eigentlich nicht… 

Eigener Chef im Café „Champ“

Doch, es geht noch mehr! Mit einem Stipendium in der Tasche wird sie in der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim einen Masterkurs belegen, mit dem Berufsziel Verkaufsleiterin. „Dann darf ich auch Mitarbeiter ausbilden!“ sagt sie stolz. Und die wird sie brauchen, denn noch in diesem Jahr möchte sie das Café von ihrem Chef Roman Gerlach übernehmen. Zusammen mit ihrem Ehemann, der nach seiner Ausbildung in der Gastronomie zu Hause im Kosovo auch nach Marsberg gekommen ist. Es soll eine Mischung aus Bistro, Café und Restaurant werden, mitten in der Marsberger City. „Champ“ soll es dann heißen – ein Idee von Roman Gerlach. „So wissen dann alle auch in 10 Jahren noch, dass Bleonita als Champion gestartet ist!“  

Der Bäckermeister aus Leidenschaft ist sich sicher, dass sein Rohdiamant weiter seinen Weg gehen wird. „Das Café „No-A-ah“ ist heute schon ein attraktiver Anlaufpunkt für junge und alte Marsberger, wir haben viele Stammkunden. Da lässt sich richtig gut Geld verdienen, wenn man mit Herzblut solide Arbeit abliefert!“ prophezeit Roman Gerlach eine gute Zukunft. Im „Champ“ will Bleonita Sejdiu daran anknüpfen. „Ich liebe es kreativ zu sein. Und ich mag die menschliche Wärme hier. Ich sehe viele Kunden fast täglich hereinkommen, man kennt sich, man unterhält sich, das macht mir großen Spaß.“ 

Für die junge Frau aus dem Kosovo fühlen sich die vergangenen 3 Jahre manchmal immer noch unwirklich an. „Ich weiß zwar, was ich geschafft habe, aber manchmal frage ich mich: wie ist das alles passiert? In so kurzer Zeit?“ Aus der Fussball-Nationalmannschaft auf dem Sprung zur Unternehmerin im Sauerland – eine Art amerikanischer Traum made im Kosovo. Und wie gesagt: er soll noch lange nicht zu Ende sein… 

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