Wo einem Fische aus der Hand fressen

Ein japanischer Garten in Warstein

Ein lachender Buddha. Sorgfältig zurecht geschnittene Bäume, die wie riesige Bonsais aussehen. Kieswege schlängeln sich zwischen drei Teichen, über dunkelbraune Holzplanken erreicht man das Teehaus. Japan? Nein: Allagen-Niederbergheim. Hier hat sich Markus Droste ein kleines Paradies geschaffen.


16 Jahre ist es her, dass Markus Droste gemeinsam mit einem Kumpel seinen ersten Teich im Garten hinter dem Haus baute. Seitdem ist immer mehr hinzugekommen. Die drei großen Teiche draußen sowie weitere kleine Becken drinnen und draußen umfassen insgesamt 120.000 Liter Wasser. Darin tummeln sich Japan-Koi.

Text: Monika Lörchner
Fotos: Iris Böning

Aus Japan eingeflogen

„Ich kaufe die Fische ab 10 cm Länge“, erzählt Markus Droste. Die kommen dann direkt aus Japan zu ihm. Eine aufwendige Prozedur: die Koi, erst in einer mit Wasser und Luft gefüllten Tüte und dann in einem Karton gepackt, sind rund anderthalb Tage mit Flugzeug und anderen Verkehrsmitteln unterwegs. Kein Wunder, dass eine Lieferung 600 bis 800 Euro kostet! In ihrem neuen Zuhause angekommen, müssen die wertvollen Fische dann erst einmal vorsichtig an Wasser und Temperatur gewöhnt werden.

„Ich kaufe immer nur bei einem Händler“, so Markus Droste. „Dadurch verhindert man, dass man sich Krankheiten einkauft.“ Dennoch ist für die rotweißen, goldenen, schwarzweißroten oder schwarzweißgoldenen Neuankömmlinge erst einmal Quarantäne angesagt. Dafür kommt jeweils ein neuer Fisch mit einem „alten“ für mindestens eine Woche in ein Extrabecken, wo ihre Bakterienstämme aufeinandertreffen. Zeigen sich nach Ablauf der Zeit keine Anzeichen einer Krankheit, dürfen beide Fische zu den anderen in einen der Teiche.

Dort leben sie am liebsten als Schwarmfische unter ihresgleichen. Haben die Fische ausreichend Versteckmöglichkeiten, gibt es auch schon mal Nachwuchs. Koi können bis zu 60 Jahre alt und 70 cm lang werden. Neben Krankheiten ist hierzulande nur der Fischreiher eine Gefahr; der wird durch aufgestellte, blinkende Discokügelchen ferngehalten.

Außer Koi hält Markus Droste auch einige Wimpelkarpfen, die die Algen im Teich unter Kontrolle halten. Koi sind sehr robuste Fische und brauchen außer sauberem Wasser nicht viel. Futter gibt es nur bis zu einer Außentemperatur von 5 Grad Celsius; darunter fahren die Fische nämlich ihr Immunsystem runter und fressen nichts mehr.

Alles Eigenbau

Handwerker Markus Droste hat alles selbst gebaut: Das Teehaus im japanischen Stil, die Wege, die Holzplanken und nicht zuletzt die Teiche. „Die sind alle aus Glasfaser“, verrät er uns. Außerdem hat er nur die besten Filteranlagen verbaut. „Die sind das A und O. Wenn man beim Filter spart, hat man hinterher doppelte Arbeit und Kosten.“

Rund 400 Koi bevölkern die Drosten‘schen Teiche. Für das WOLL-Fotoshooting lockt Markus Droste die Tiere mit etwas Futter an – und zu unserem Erstaunen fressen die ihm sogar aus der Hand!

„Koi sind so zutraulich, mit denen könnte man sogar schwimmen“, erzählt der 58-Jährige. Er liebt die Atmosphäre seines Gartens und die Gelassenheit, die die Fische ausstrahlen. Er kennt jeden einzelnen von ihnen. Zwar machen die Koi viel Arbeit, doch das ist es ihm wert. „Die Stadt mit ihrem Stress, Gestank, Krach und Verbrechen ist nichts für mich. Hier habe ich Ruhe.“

Wir schauen uns noch einmal im Garten um. Die Sitzbank hinten in der Ecke. Die kleine Brücke zum Teehaus. Die träge dahingleitenden Koi.

„Ich will hier nie wieder weg“, sagt Markus Droste.

Wir auch nicht.

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