Unser Garten im Frühjahr

Tipps vom Marsberger Gartenexperten Udo Engemann

Frühling! Die Sonne strahlt schon kräftig und die Gartenbesitzer juckt es in den Fingern. Doch was tun? Wo fange ich an? Und wann? Schließlich bin ich im „Hoch“-Sauerland. In unseren Gefilden kann dem Hobbygärtner bis zu den Eisheiligen Mitte Mai und darüber hinaus immer noch der Frost die Pflanzen verderben. Trotzdem müssen wir nicht mit allem warten, wie Udo Engemann – er betrieb bis vor einigen Jahren noch eine Gärtnerei in Marsberg – dem WOLL-Magazin verrät.

Text: Sonja Funke

Ein Blick in den Garten. Draußen zwitschert es so schön, also fangen wir bei der Hecke an? „Bloß nicht!“ Die Antwort ist eindeutig, denn: Vom 1. März bis zum 30. September verbietet dies das Bundenaturschutzgesetz, Hecken, aber auch Gebüsch und andere Gehölze zu schneiden. Eben damit die Vögel in Ruhe dort brüten und weiter zwitschern können.

Nun gut, aber dort, die Rosen, da könnte man doch schon mal dran, oder? „Lieber erst, wenn der Wetterbericht längere Zeit ohne Frost anzeigt“, rät Udo Engemann. Alle Triebe, die bei hohen Frühlingstemperaturen austreiben, können, sobald es noch mal ordentlich friert, absterben, weil die Zellen platzen und die Zellflüssigkeit verdunstet. „Dann vertrocknet das frische Grün, zumal, wenn sie in der Sonne stehen. Und im schlimmsten Fall sind sie hinüber.“ Er rät: Im Winter eingepackte Pflanzen nicht zu früh abzudecken. Dies schützt auch vor Sonneneinstrahlung, nicht nur vor Frost. „Wenn die Wetterberichte ab Mitte März grünes Licht geben, dann runternehmen.“

Und was mache ich mit meinen Obstbäumen? Wie oft ist es in den vergangenen Jahren passiert, dass Apfel und Kirsche die schönsten Blüten zeigten, dann kam Herr Frost und mit ihm ging die Hoffnung auf eine reichhaltige Obsternte. Ein Jammer. Hier weiß auch der Experte wenig Rat. Nur so viel: „In Obstanbaugebieten wie etwa im Alten Land werden die Bäume vor dem Frost zum Beispiel mit Wasser eingesprüht.“ Die Blüten frieren ein und sind auf diese Weise geschützt.

Warten bis zu den Eisheiligen?

Schauen wir mal zum Balkon. Wäre das schön, wenn es dort schon bunt wäre! Muss ich wirklich warten bis zu den Eisheiligen Mitte Mai? Viele wagen es schon früher. Kann klappen, wenn man den Wetterbericht im Auge behält. „Wenn man drinnen ein helles, warmes Plätzchen dafür hat, kann man die Balkonblumen schon ab Ende März pflanzen. Das hat den Vorteil, dass sie gut angewurzelt und im Saft sind, wenn wir sie rausstellen. Dann blühen sie auch schon ein bisschen“, erklärt der Experte. Manche pflanzen für den Übergang auch Frühlingsblumen wie etwa Primeln oder Bellis (große Gänseblümchen) und tauschen später aus.

Was aber kann ich denn nun wirklich draußen machen? „Anfang des Frühjahrs können Sie schauen, wo Ihre im Herbst gesteckten Zwiebeln bleiben, zum Beispiel Narzissen, Krokusse, Tulpen.“ Als ob ich noch wüsste, wo ich sie mal eben schnell in die Erde gesteckt habe. Oder ob ich einfach jetzt noch welche reinstecke? Zu spät, das geht höchstens mit welchen aus dem Topf, sagt der Experte. Ich mache mir ´ne Notiz auf dem Oktober-Kalenderblatt: „Blumenzwiebeln rein!“

Mein letzter Blick wandert zu den hohen Gräsern vorm Haus. Alles braun, verwelkt, nicht mehr schön. Darf ich? Hurra, unser Gartenexperte gibt mir grünes Licht: „Die können Sie ruhig schon mal auf ein gutes Drittel runterschneiden.“ Endlich was zu tun. Und vielleicht säe ich auch schon mal den ersten Salat ins abgedeckte Hochbeet. „Nee, lieber in der Kiste säen, pikieren und erst die Pflänzchen ins Beet setzen“, sagt Udo Engemann und ergänzt. „Früher wurde im März bereits Kohl gepflanzt, da gab es ja die Mistbeete, die wärmten von unten.“ Der neue Trend zum Gärtnern, ob er auch ein Zurück zu Mistbeeten bringt? Bleibt abzuwarten.

Es nützt also alles nix: Der März eignet sich allenfalls zum Vorzüchten in nicht zu kalten, nicht zu dunklen Räumen. Ein paar frostharte Stiefmütterchen oder Männertreu im Umtopf können einem Vorfreude vors Haus bringen. Ab April, also nach Ostern kann es, so Wettergott will, richtig losgehen mit dem Säen, Pflanzen und Ernten. Und dann bis Oktober? „Es kann ja auch im Sommer mal intensiv hageln“, meint der Experte. Och nö!

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